{"id":5754,"date":"2021-03-13T11:58:08","date_gmt":"2021-03-13T10:58:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/?p=5754"},"modified":"2021-03-13T14:06:20","modified_gmt":"2021-03-13T13:06:20","slug":"vorschlag-fuer-einen-digital-markets-act-marktuntersuchungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/2021\/03\/13\/vorschlag-fuer-einen-digital-markets-act-marktuntersuchungen\/","title":{"rendered":"Vorschlag f\u00fcr einen Digital Markets Act &#8211; Marktuntersuchungen"},"content":{"rendered":"<p>Der im Dezember vorgelegte Entwurf f\u00fcr einen Digital Markets Act (DMA-E) enth\u00e4lt neben den Verboten der schwarzen Liste auch ein eigenst\u00e4ndiges Instrument der Marktuntersuchung. Dabei sind drei Anl\u00e4sse f\u00fcr die Einleitung einer Marktuntersuchung vorgesehen:<\/p>\n<ol>\n<li>Benennung von Gatekeepern, Art. 15 DMA-E<\/li>\n<li>Systematischer Pflichtenversto\u00df, Art. 16 DMA-E<\/li>\n<li>Identifikation neuer Dienstleistungen und Praktiken, Art. 17 DMA-E<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ziel:<\/span> \u00a0Das Instrument der Marktuntersuchung ist <a href=\"https:\/\/louven.legal\/2020\/07\/28\/was-ist-eine-sektoruntersuchung\/\">\u00e4hnlich dem zur kartellrechtlichen Sektoruntersuchung<\/a>.\u00a0Die Wettbewerbsbeh\u00f6rden sollen danach in der Lage sein, sich \u00fcber bestimmte Wirtschaftsbereiche allgemein zu informieren und m\u00f6gliche Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen zu ermitteln.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Unterschied zum Kartellrecht:<\/span> \u00a0Eine Sektoruntersuchung richtet sich nicht gegen konkrete Unternehmen, verlangt aber den Verdacht, dass in einem bestimmten Bereich wettbewerbsrechtlich nicht gew\u00fcnschte Zust\u00e4nde bestehen. Dies sind zun\u00e4chst naheliegend Verst\u00f6\u00dfe gegen geltendes Kartellrecht, aber auch andere Zwecke k\u00f6nnen erfasst sein, wie in Deutschland etwa die Verbraucher-Sektoruntersuchung.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Verfahren:<\/span> \u00a0Formell wird eine Marktuntersuchung gem\u00e4\u00df Art. 14 DMA-E durch einen <span style=\"text-decoration: underline;\">Beschluss<\/span> eingeleitet, der neben dem Tag der Einleitung auch Festlegungen \u00fcber <span style=\"text-decoration: underline;\">Gegenstand<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">Zweck<\/span> der Untersuchung enth\u00e4lt. Dieser Beschluss z\u00e4hlt jedoch nicht zu denjenigen nach Art. 34 Abs. 1 DMA-E, die ver\u00f6ffentlicht werden m\u00fcssen. Sofern es jedoch zu Umsetzungsbeschl\u00fcssen bei Marktuntersuchungen nach Art. 15 oder Art. 16 DMA-E kommt, m\u00fcssen dem <em>Gatekeeper<\/em> oder den <em>betroffenen Unternehmen<\/em> <span style=\"text-decoration: underline;\">Gelegenheit zur Stellungnahme<\/span> gegeben werden.<\/p>\n<p><strong>1. Benennung von Gatekeepern<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Voraussetzungen:<\/span> \u00a0Die materiellen Kriterien f\u00fcr Unternehmen, die aufgrund des Digital Markets Act verpflichtet werden sollen, <a href=\"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/2021\/02\/11\/vorschlag-fuer-einen-digital-markets-act-abgrenzungen-und-schutzbereich\/\">sind in Art. 2 Nr. 1 DMA-E vorgesehen<\/a>. Gem\u00e4\u00df Art. 3 Abs. 2 DMA-E ist eine Meldepflicht f\u00fcr <em>Gatekeeper<\/em> vorgesehen. In diesem Fall geht die Initiative der Benennung eines <em>Gatekeepers<\/em> von dem regulierten Unternehmen aus. Die <em>EU-Kommission<\/em> pr\u00fcft diese Meldung und benennt gegebenenfalls das Unternehmen anschlie\u00dfend als <em>Gatekeeper<\/em>. Zus\u00e4tzlich erstellt die <em>EU-Kommission<\/em> eine Liste der relevanten <em>zentralen Plattformdienste<\/em>, die von diesem Unternehmen betrieben werden.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ausgangspunkt:<\/span> \u00a0Die Marktuntersuchung nach Art. 15 DMA-E bietet der <em>EU-Kommission<\/em> die Befugnis zur selbstst\u00e4ndigen Benennung eines <em>Gatekeepers:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Argumente des Unternehmens:<\/span> \u00a0Das kommt zum einen in Betracht, wenn das betroffene Unternehmen substantiierte Argumente daf\u00fcr vorbringt, dass es die <em>Gatekeeper<\/em>-Kriterien nicht erf\u00fcllt.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Eigener Verdacht:<\/span> \u00a0Zum anderen kann die <em>EU-Kommission<\/em> aufgrund eigenst\u00e4ndiger Verdachtsmomente eine Marktuntersuchung einleiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Relevanz:<\/span> \u00a0Dabei hat sie ein <em>beh\u00f6rdliches Aufgreifermessen<\/em>, das sich nach dem Zweck der Bestimmung eines <em>Gatekeepers<\/em> richtet. Dabei kann der Marktuntersuchung zur Benennung von <em>Gatekeepern<\/em> vor allem dort eine Bedeutung erwachsen, wo die in Art. 3 Abs. 2 DMA-E benannten Schwellenwerte nicht erreicht werden. Denn in diesem Fall bleibt der <em>EU-Kommission<\/em> das formelle Marktuntersuchungsverfahren, mit dem aufgrund der materiellen Kriterien nach Art. 3 Abs. 1 DMA-E ein <em>Gatekeeper<\/em> benannt werden kann.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Gegenstand:<\/span> \u00a0Jedoch nicht nur die Benennung des <em>Gatekeepers<\/em>, sondern auch seine <em>zentralen Plattformdienste<\/em> k\u00f6nnen Gegenstand einer Marktuntersuchung sein. So k\u00f6nnte die Benennung als <em>Gatekeeper<\/em> aufgrund einer Meldung erfolgen, die weitere Bezeichnung der <em>zentralen Plattformdienste<\/em> aber erst nachfolgend aufgrund einer Marktuntersuchung.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Timeline:<\/span> \u00a0Diese Marktuntersuchung soll innerhalb von zw\u00f6lf Monaten abgeschlossen sein. Nach sechs Monaten soll die <em>EU-Kommission<\/em> dem Betreiber der untersuchten <em>zentralen Plattformdienste<\/em> eine vorl\u00e4ufige Beurteilung zuleiten. Erfolgt die Marktuntersuchung aufgrund von Art. 3 Abs. 4 DMA-E, also weil der Betreiber <em>zentraler Plattformdienste<\/em> trotz Erreichen der Schwellenwerte substantiierte Argumente gegen seine <em>Gatekeeper<\/em>-Stellung vorbringt, dann soll die Marktuntersuchung innerhalb von f\u00fcnf Monaten abgeschlossen werden. Eine Mitteilung \u00fcber die vorl\u00e4ufige Einsch\u00e4tzung soll bereits nach drei Monaten erfolgen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Rechtsschutz:<\/span> \u00a0Ein Rechtsschutz betroffener Unternehmen kommt grunds\u00e4tzlich gegen einzelne Untersuchungsma\u00dfnahmen in Betracht. Dagegen scheidet Rechtsschutz gegen die grunds\u00e4tzliche Einleitung einer Marktuntersuchung regelm\u00e4\u00dfig wegen des weiten Ermessens aus. Einw\u00e4nde k\u00f6nnen aber wohl darin bestehen, dass eine <em>Gatekeeper<\/em>-Stellung offensichtlich abwegig oder willk\u00fcrlich ist.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Soon-to-be-<em>Gatekeeper<\/em>:<\/span> \u00a0Eine Besonderheit ergibt sich f\u00fcr benannte <em>Gatekeeper<\/em>, bei denen die gefestigte und dauerhafte Position nach Art. 3 Abs. 1 lit. c DMA-E erst absehbar ist und noch nicht besteht (<em>&#8222;Bald-schon-&#8222;Gatekeepern<\/em>). Auch bei dieser Absehbarkeit kann ein <em>Gatekeeper<\/em> benannt werden. Es besteht dann allerdings gem\u00e4\u00df Art. 15 Abs. 4 DMA-E die M\u00f6glichkeit, lediglich bestimmte <em>Gatekeeper<\/em>-Pflichten f\u00fcr anwendbar zu erkl\u00e4ren. Dies sind:<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Art. 5 lit. b DMA-E:<\/span><br \/>\n<em>Verbot der Meistbeg\u00fcnstigung<\/em> gegen\u00fcber anderen Online-Vermittlungsdiensten<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Art. 6 Abs. 1 lit. e DMA-E:<\/span><br \/>\n<em>Verbot der technischen Beschr\u00e4nkung<\/em> von Software-\/Dienste-Wechsel oder weiteren Abonnements<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Art. 6 Abs. 1 lit. f DMA-E:<\/span><br \/>\n<em>Zugang\/Interoperabilit\u00e4t<\/em> mit verwendeten Nebendienstleistungen zu Betriebssystemen sowie Hardware-\/Software-Funktionen<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Art. 6 Abs. 1 lit. h DMA-E:<\/span><br \/>\n<em>Effektive Daten\u00fcbertragbarkeit<\/em>, auch bzgl. gewerblicher Nutzer; Bereitstellung von Instrumenten zur erleichterten Daten\u00fcbertragung im Einklang mit der DSGVO; Gew\u00e4hrleistung eines permanenten Echtzeitzugangs<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Art. 6 Abs. 1 lit. i DMA-E:<\/span><br \/>\nkostenloser effektiver, hochwertiger und permanenter Echtzeitzugang zur Nutzung aggregierter oder nichtaggregierter Daten, die im Zusammenhang mit der Nutzung dieses <em>zentralen Plattformdienstes<\/em> entstehen; Erm\u00f6glichung Zugang\/Nutzung personenbezogener Daten nur soweit, wie im Zusammenhang mit Nutzung durch Endnutzer und sofern Einwilligung nach DSGVO vorliegt<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit:<\/span> \u00a0Diese Pflichten m\u00fcssen im Benennungsbeschluss aufgef\u00fchrt werden. Die <em>EU-Kommission<\/em> ist dabei an den Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatz gebunden. Das bedeutet auch, dass eine Belastung mit Pflichten bei <em>&#8222;Bald-schon-&#8222;Gatekeepern<\/em> nur nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls in Betracht kommt und ansonsten ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Review:<\/span> \u00a0Gem\u00e4\u00df Art. 4 DMA-E muss die <em>EU-Kommission<\/em> den <em>Gatekeeper<\/em>-Status regelm\u00e4\u00dfig untersuchen. Im Rahmen dieser \u00dcberpr\u00fcfungen kann sie bereits als <em>Gatekeeper<\/em> benannte Unternehmen ohne weitere Marktuntersuchung mit weiteren Pflichten belasten.<\/p>\n<p><strong>2. Systematische Pflichtenverst\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Voraussetzungen:<\/span> \u00a0Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Marktuntersuchung nach Art 16 DMA-<\/span>E richtet sich auf das <em>Verhalten<\/em> eines <em>Gatekeepers<\/em>. So sollen systematische Verst\u00f6\u00dfe gegen die Pflichten aus Artt. 5 und 6 DMA-E untersucht werden, mittels derer die <em>Gatekeeper-Stellung <span style=\"text-decoration: underline;\">gest\u00e4rkt oder ausgeweitet<\/span><\/em> wird. Es kommt damit nicht allein auf die Verst\u00f6\u00dfe an, sondern zus\u00e4tzlich auf die wettbewerbliche Wirkung. Die <em>EU-Kommission<\/em> m\u00fcsste also auch Feststellungen dazu treffen, inwiefern Verst\u00f6\u00dfe gegen die benannten Pflichten auch zu den <span style=\"text-decoration: underline;\">strukturellen Ver\u00e4nderungen<\/span> zugunsten der Plattform gef\u00fchrt hat. <span style=\"text-decoration: underline;\"><em>Gesetzliche Vermutung<\/em>:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><em><span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr St\u00e4rkung bzw. Ausweitung:<\/span><\/em><br \/>\nGem\u00e4\u00df Art. 16 Abs. 4 DMA-E wird diese <em>St\u00e4rkung oder Ausweitung<\/em> vermutet, wenn die Voraussetzungen des Art. 3 Abs. 1 DMA-E sich verst\u00e4rkt haben. Auf die Schwellenwerte des Art. 3 Abs. 2 DMA-E kommt es daf\u00fcr nicht an. Die Bestimmungskriterien als solche k\u00f6nnen jedoch zur Feststellung des Anwachsens herangezogen werden.<\/li>\n<li><em><span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr systematisches Nichteinhalten:<\/span><\/em><br \/>\nArt. 16 Abs. 3 DMA-E enth\u00e4lt eine Vermutung f\u00fcr das systematische Nichteinhalten, wenn es innerhalb von f\u00fcnf Jahren vor dem Einleitungsbeschluss zu <span style=\"text-decoration: underline;\">mindestens drei Verfahren wegen Verst\u00f6\u00dfen<\/span> gekommen ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Kriterium:<\/span> \u00a0Der <em>EU-Kommission<\/em> bleibt der Spielraum zur eigenst\u00e4ndigen Feststellung systematischer Verst\u00f6\u00dfe. F\u00fcr eine Systematik sprechen zahlreiche Einzelverst\u00f6\u00dfe gegen zahlreiche Betroffene, die eine <span style=\"text-decoration: underline;\">erhebliche Bef\u00fcrchtung<\/span> begr\u00fcnden, dass der Zweck der Vorschrift nicht mehr erf\u00fcllt werden kann.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Timeline:<\/span> \u00a0Die Untersuchungen sind zw\u00f6lf Monate nach Einleitung der Marktuntersuchung abzuschlie\u00dfen. Innerhalb von sechs Monaten nach Einleitung der Untersuchung muss die <em>EU-Kommission<\/em> ihre Beschwerdepunkte, vorl\u00e4ufige Einsch\u00e4tzungen und m\u00f6gliche Abhilfema\u00dfnahmen mitteilen. Gem\u00e4\u00df Art. 16 Abs. 6 DMA-E kann die <em>EU-Kommission<\/em> die Untersuchung mit objektiver Begr\u00fcndung angemessen verl\u00e4ngern.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ma\u00dfnahmen:<\/span> \u00a0Die <em>EU-Kommission<\/em> kann zum Abschluss des Verfahrens <em>jede verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige verhaltensbezogene oder strukturelle Abhilfema\u00dfnahme<\/em> treffen. Diese kommen gem\u00e4\u00df Art. 16 Abs. 2 DMA-E jedoch erst in Betracht, wenn keine <em>verhaltensbezogene Ma\u00dfnahme<\/em> in Betracht kommt, etwa weil diese belastender f\u00fcr den <em>Gatekeeper<\/em> w\u00e4re. Gem\u00e4\u00df Art. 16 Abs. 6 S. 3 DMA-E besteht die M\u00f6glichkeit zur Abgabe von Verpflichtungserkl\u00e4rungen, die die <em>EU-Kommission<\/em> f\u00fcr bindend erkl\u00e4ren kann.<\/p>\n<p><strong>3. Identifikation neuer Dienstleistungen und Praktiken<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Zweck:<\/span> \u00a0Der dritte Anlass dient schlie\u00dflich dem Zweck, dass die <em>EU-Kommission<\/em> allgemeine Informationen \u00fcber das Wettbewerbsgeschehen erlangt. Anl\u00e4sse hierbei k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ol>\n<li><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Neuer zentraler Plattformdienst:<\/span><\/em> \u00a0die Aufnahme eines Dienstes des digitalen Sektors in die Liste der <em>zentralen Plattformdienste<\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Neue Praktiken:<\/span><\/em> \u00a0Aufdeckung von Praktiken, die von dieser Verordnung nicht wirksam verhindert werden<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Neuer zentraler Plattformdienst:<\/span>\u00a0 Mit dem ersten Grund soll eine allgemeine M\u00f6glichkeit zur Erweiterung der regulierungsbed\u00fcrftigen Dienste geschaffen werden. Aufgrund der Festlegungen zur Einleitung der Marktuntersuchung k\u00f6nnte die <em>EU-Kommission<\/em> neue Dienste nicht als <em>zentrale Plattformdienste<\/em> eines konkreten <em>Gatekeepers<\/em> nach Art. 3 Abs. 7 DMA-E bezeichnen. Hierf\u00fcr w\u00e4re ein weiterer Schritt der Markuntersuchung zur Benennung des <em>Gatekeepers<\/em> oder <strong>seiner<\/strong> <em>zentralen Plattformdienste<\/em> erforderlich.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Neue Praktiken:<\/span>\u00a0 Daneben erh\u00e4lt die <em>EU-Kommission<\/em> eine eigenst\u00e4ndige Berichtsm\u00f6glichkeit, mittels der sie L\u00fccken des Verordnungszwecks darstellen kann. So kann sie Praktiken beschreiben, mittels derer die Bestreitbarkeit <em>zentraler Plattformdienste<\/em> beschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen. Auf die Feststellung der Wirksamkeit kommt es nicht an, sondern lediglich auf die M\u00f6glichkeit zur Beschr\u00e4nkung. Auch wird mit Bestreitbarkeit wieder an dem <span style=\"text-decoration: underline;\">wettbewerbspolitischen Zweck<\/span> angekn\u00fcpft und nicht allgemein am Wettbewerb als Schutzgut. Damit hat diese Marktuntersuchung einen <span style=\"text-decoration: underline;\">sehr engen Fokus<\/span>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der im Dezember vorgelegte Entwurf f\u00fcr einen Digital Markets Act (DMA-E) enth\u00e4lt neben den Verboten der schwarzen Liste auch ein eigenst\u00e4ndiges Instrument der Marktuntersuchung. 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