{"id":5309,"date":"2020-08-02T16:31:52","date_gmt":"2020-08-02T15:31:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/?p=5309"},"modified":"2020-08-03T11:23:56","modified_gmt":"2020-08-03T10:23:56","slug":"corona-ohne-doppeltuer-warum-die-vorschriften-zur-sammlung-von-kontaktdaten-in-der-gastronomie-verfassungswidrig-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/2020\/08\/02\/corona-ohne-doppeltuer-warum-die-vorschriften-zur-sammlung-von-kontaktdaten-in-der-gastronomie-verfassungswidrig-sind\/","title":{"rendered":"Corona ohne &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;: Warum die Vorschriften zur Sammlung von Kontaktdaten in der Gastronomie verfassungswidrig sind."},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als zwei Monaten hinterlassen wir alle (mehr oder minder) brav unsere Kontaktdaten, wenn wir Fitnessstudios und Gastst\u00e4tten, Kinos oder Spielhallen besuchen. Selbst von eingefleischten Datensch\u00fctzern h\u00f6rt man wenig Kritik. Der gute Zweck der &#8222;Kontaktnachverfolgung&#8220; scheint kritische Fragen im Keim zu ersticken. Daher f\u00e4llt nicht auf, dass die fl\u00e4chendeckende Datenerfassung in keiner Weise den Ma\u00dfst\u00e4ben gen\u00fcgt, die das <em>Bundesverfassungsgericht<\/em> (BVerfG)\u00a0 f\u00fcr die Speicherung und \u00dcbermittlung von Personendaten setzt. Die Bestimmungen der Bundesl\u00e4nder zur Sammlung von Kontaktdaten sind durch die Bank verfassungswidrig:<\/p>\n<p><strong>Beispiel Berlin<\/strong><\/p>\n<p>In Berlin findet sich die Vorschrift zur Kontaktdatensammlung in<a href=\"https:\/\/www.berlin.de\/corona\/massnahmen\/verordnung\/#headline_1_3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> \u00a7 3 der BE Corona-Verordnung<\/a>. Veranstalter, Gastst\u00e4tten, Hotels, Spielbanken, Friseure, Theater, Sportbetriebe und Hochschulen werden zu einer &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">Anwesenheitsdokumentation<\/span>&#8220; verpflichtet, die &#8222;<span style=\"text-decoration: underline;\">ausschlie\u00dflich<\/span> zur infektionsschutzrechtlichen Kontaktnachverfolgung&#8220; genutzt werden darf\u00a0 und &#8222;der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde auf Verlangen auszuh\u00e4ndigen (ist), <span style=\"text-decoration: underline;\">wenn festgestellt wird<\/span>, dass eine Person zum Zeitpunkt der Veranstaltung, des Besuchs oder der Inanspruchnahme der Dienstleistung krank, krankheitsverd\u00e4chtig, ansteckungsverd\u00e4chtig oder Ausscheiderin oder Ausscheider im Sinne des Infektionsschutzgesetzes war.&#8220; (Hervorhebungen hinzugef\u00fcgt).<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Geregelt<\/span>\u00a0 ist somit der <em>Zweck der Datensammlung<\/em> (&#8222;infektionsschutzrechtliche Kontaktnachverfolgung&#8220;) und die <em>Verpflichtung<\/em>, Kontaktdaten &#8222;der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde&#8220; zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Nicht geregelt<\/span>\u00a0 ist dagegen die <span style=\"text-decoration: underline;\">Befugnis<\/span> &#8222;der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde&#8220;, auf Kontaktdaten zuzugreifen. Ebensowenig ist eine Befugnis der Polizei oder anderer Beh\u00f6rden geregelt, Kontaktdaten beispielsweise zu Zwecken der Strafverfolgung herauszuverlangen.<\/p>\n<p><strong>Beispiel Bayern<\/strong><\/p>\n<p>In Bayern muss man etwas l\u00e4nger suchen, um die Bestimmungen zur Sammlung von Kontaktdaten zu finden. Die Bestimmungen finden sich <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> in der <a href=\"https:\/\/www.gesetze-bayern.de\/Content\/Document\/BayIfSMV_6\/true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bayerischen Corona-Verordnung<\/a>, sondern\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\"><em>branchenweise\u00a0<\/em>in Bekanntmachungen der Landesregierung<\/span>, die auf der Grundlage der Corona-Verordnung erlassen werden.\u00a0F\u00fcr die Gastronomie beispielsweise in <a href=\"https:\/\/www.stmwi.bayern.de\/fileadmin\/user_upload\/stmwi\/Publikationen\/Themenblaetter\/2020-07-22_Hygienekonzept_Gastronomie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Unterpunkt 3.2.9. eines &#8222;Hygienekonzepts Gastronomie&#8220;<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Um eine Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachtr\u00e4glich identifizierten COVID-19-Falles unter G\u00e4sten oder Personal zu erm\u00f6glichen, ist eine <span style=\"text-decoration: underline;\">Dokumentation<\/span> mit Angaben von Namen und sicherer Erreichbarkeit (Telefonnr. oder E-Mail-Adresse bzw. Anschrift) <span style=\"text-decoration: underline;\">einer Person je Hausstand<\/span> und Zeitraum des Aufenthaltes zu f\u00fchren. Eine \u00dcbermittelung dieser Informationen darf ausschlie\u00dflich zum Zweck der Auskunftserteilung auf Anforderung gegen\u00fcber den zust\u00e4ndigen Gesundheitsbeh\u00f6rden erfolgen &#8230;&#8220;<br \/>\n(Hervorhebungen hinzugef\u00fcgt)<br \/>\n<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Geregelt<\/span>\u00a0 ist somit auch in Bayern der <em>Zweck der Datensammlung<\/em> (&#8222;Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachtr\u00e4glich identifizierten COVID-19-Falles&#8220;) und die <em>Berechtigung<\/em> (anders als in Berlin also nicht die <em>Verpflichtung<\/em>), \u00fcber die Kontaktdaten &#8222;den zust\u00e4ndigen Gesundheitsbeh\u00f6rden&#8220; Auskunft zu erteilen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Nicht geregelt:<\/span>\u00a0 Ebenso wie in Berlin fehlt eine Regelung, die die Gesundheitsbeh\u00f6rden befugt, auf Kontaktdaten zuzugreifen. Wie in Berlin ist auch in Bayern keine Befugnis der Polizei oder anderer Beh\u00f6rden geregelt, Kontaktdaten zu Zwecken der Strafverfolgung herauszuverlangen.<\/p>\n<p><strong>Ma\u00dfst\u00e4be des BVerfG: die &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Rechtsprechung des BVerfG zum staatlichen Zugriff auf private Datensammlungen ist <span style=\"text-decoration: underline;\">streng<\/span> und kompliziert. Man kann sie auch kritisch sehen. Die Corona-Pandemie setzt die Karlsruher Ma\u00dfst\u00e4be jedenfalls nicht au\u00dfer Kraft und man darf von den Regierungen der Bundesl\u00e4nder erwarten, dass sie die Rechtsprechung des BVerfG beachten.<\/p>\n<p class=\"lsz\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Ansatz des BVerfG:<\/span>\u00a0 Seit dem ersten &#8222;Bestandsdatenauskunft&#8220;-Beschluss des <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/dokument?id=cr.2012.04.r.04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BVerfG vom 24.1.2012 (Az. 1 BvR 1299\/05, <a href=\"https:\/\/online.otto-schmidt.de\/db\/suche?q=%5B%7B%22txt%22:%22pubyear:2012%22%7D,%7B%22txt%22:%22source_page:245%22%7D,%7B%22txt%22:%22all_source_2:cr%22%7D%20%5D\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">CR 2012, 245<\/a> m.Anm. <em>Schnabel<\/em>)<\/a> ist die &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220; das Zauberwort. Und die &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220; ist auch der Ma\u00dfstab, den das BVerfG j\u00fcngst in seiner &#8222;Bestandsdatenauskunft II&#8220;-Entscheidung bekr\u00e4ftigt hat (<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2020\/05\/rs20200527_1bvr187313.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beschluss vom 27.5.2020, Az. 1 BvR 1873\/13 und 1 BvR 2618\/13<\/a>).<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Grundsatz der Zweckbindung:<\/span>\u00a0 In der Entscheidung vom 27.5.2020 betont das BVerfG den Grundsatz der Zweckbindung:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Verpflichtet der Gesetzgeber zur Schaffung von Datenbest\u00e4nden oder \u00f6ffnet er diese \u00fcber den prim\u00e4ren Zweck hinaus, wie hier die Datenbest\u00e4nde privater Unternehmen f\u00fcr eine Verwendung zur staatlichen Aufgabenwahrnehmung, obliegt es ihm zugleich, die f\u00fcr deren verfassungsrechtliche Rechtfertigung erforderlichen <strong>Verwendungszwecke und Eingriffsschwellen sowie die f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung der Zweckbindung gegebenenfalls erforderlichen Folgeregelungen<\/strong> verbindlich festzulegen.&#8220;<br \/>\n<\/em>(<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2020\/05\/rs20200527_1bvr187313.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BVerfG, a.a.O, Rz. 130<\/a>; Hervorhebung hinzugef\u00fcgt)<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Keine &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;:<\/span>\u00a0 Ob die Definitionen der Verwendungszwecke in Bayern (&#8222;Kontaktpersonenermittlung im Falle eines nachtr\u00e4glich identifizierten COVID-19-Falles&#8220;) und Berlin (&#8222;infektionsschutzrechtliche Kontaktnachverfolgung&#8220;) optimal formuliert sind, mag einmal dahinstehen. Dem Grundsatz der Zweckbindung d\u00fcrften die Vorschriften jedenfalls gen\u00fcgen. In Bayern wie in Berlin fehlt es indes an der von Karlsruhe geforderten &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;. Hier wie dort ist gesetzlich geregelt, dass Gastronomen Kontaktdaten an Gesundheitsbeh\u00f6rden herausgeben <em>d\u00fcrfen<\/em> (Bayern) bzw. <em>m\u00fcssen<\/em> (Berlin).<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Erste &#8222;T\u00fcr&#8220;:<\/span><br \/>\nDie Daten\u00fcbermittlung ist nur eine T\u00fcr, die nach der Rechtsprechung des BVerfG ge\u00f6ffnet werden muss, wenn staatliche Beh\u00f6rden Zugriff auf Daten nehmen m\u00f6chten.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Zweite &#8222;T\u00fcr&#8220;:<\/span><br \/>\nDie andere T\u00fcr ist der Abruf der Daten durch die Beh\u00f6rde, der einen <span style=\"text-decoration: underline;\">eigenst\u00e4ndigen Grundrechtseingriff<\/span> darstellt, der gleichfalls einer <span style=\"text-decoration: underline;\">gesetzlichen Grundlage<\/span> bedarf:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 60px;\"><em>&#8222;Bei der Regelung eines Datenaustauschs zur staatlichen Aufgabenwahrnehmung ist dar\u00fcber hinaus aber auch zwischen der Daten\u00fcbermittlung seitens der auskunfterteilenden Stelle und dem Datenabruf seitens der auskunftsuchenden Stelle zu unterscheiden. Ein Datenaustausch vollzieht sich durch die einander korrespondierenden Eingriffe von Abfrage und \u00dcbermittlung, die jeweils einer eigenen Rechtsgrundlage bed\u00fcrfen. Der Gesetzgeber muss, bildlich gesprochen, nicht nur die <strong>T\u00fcr zur \u00dcbermittlung von Daten<\/strong> \u00f6ffnen, sondern auch die <strong>T\u00fcr zu deren Abfrage<\/strong>. Erst beide Rechtsgrundlagen gemeinsam, die wie eine Doppelt\u00fcr zusammenwirken m\u00fcssen, berechtigen zu einem Austausch personenbezogener Daten &#8230;&#8220;<br \/>\n<\/em>(<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2020\/05\/rs20200527_1bvr187313.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BVerfG, a.a.O., Rz. 93<\/a>; Hervorhebungen hinzugef\u00fcgt)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Fehlende Erm\u00e4chtigungsnorm:<\/span>\u00a0 Den T\u00fcren der &#8222;Kontaktnachverfolgung&#8220; fehlt sowohl in Bayern als auch in Berlin jeweils ein Fl\u00fcgel. Denn es gibt keine Regelung, die die Gesundheitsbeh\u00f6rden erm\u00e4chtigt, von Gastronomen, Hoteliers oder den Betreibern einer Spielhalle die Herausgabe von Kontaktdaten zu verlangen.\u00a0Eine solche Regelung ist zwingend erforderlich:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Mit R\u00fccksicht auf das Gebot der Normenklarheit, dem bei Eingriffen in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Telekommunikationsgeheimnis eine spezifische Funktion zukommt, bedarf es <strong>f\u00fcr den Datenabruf<\/strong> in Form eines unmittelbar an private Dritte gerichteten Auskunftsverlangens <strong>einer eindeutigen Rechtsgrundlage<\/strong>, die eine Auskunftsverpflichtung der Diensteanbieter <strong>eigenst\u00e4ndig begr\u00fcndet<\/strong>. Erforderlich sind <strong>hinreichend qualifizierte Abrufregelungen<\/strong>, die \u00fcber schlichte Datenerhebungsbefugnisse hinausgehen, und klar bestimmen, gegen\u00fcber welchen Beh\u00f6rden die Anbieter konkret zur Daten\u00fcbermittlung verpflichtet sein sollen&#8230;&#8220;<br \/>\n<\/em>(<a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2020\/05\/rs20200527_1bvr187313.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BVerfG, a.a.O., Rz. 196<\/a>; Hervorhebungen hinzugef\u00fcgt)<\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Ratio:<\/span>\u00a0 Dass es einer Regelung der Voraussetzungen bedarf, unter denen Gesundheits\u00e4mter auf Kontaktdaten zugreifen k\u00f6nnen, ist keine blo\u00dfe Formalie. Es gibt gute Gr\u00fcnde f\u00fcr die &#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;. Nimmt man Datenschutz ernst, so kann es nicht dem Belieben eines Gesundheitsamts \u00fcberlassen bleiben, wie breitfl\u00e4chig das Amt bei Datenabfragen vorgeht:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Erforderlichkeit einer Datenherausgabe:<\/span><br \/>\nMeldet sich etwa ein infizierter Gast eines BDSM-Studios, so m\u00fcssen andere G\u00e4ste darauf vertrauen d\u00fcrfen, dass nur Daten herausgegeben werden, die f\u00fcr eine &#8222;Kontaktnachverfolgung&#8220; zwingend erforderlich sind.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Umfang einer Datenherausgabe:<\/span><br \/>\nF\u00fcr gro\u00dfe Restaurants oder Theater mag es zudem etwa Regeln geben, ob bei einem Infektionsverdacht alle Kontaktdaten herausgegeben werden m\u00fcssen oder nur die Daten von G\u00e4sten, die sich in der N\u00e4he des Infizierten aufgehalten haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Pandemie ist nicht das Ende jeden Datenschutzes. Daher ist es an der Zeit, von den Landesregierungen und auch den Landesparlamenten eine Einhaltung der grundrechtlichen Vorgaben bei der fl\u00e4chendeckenden Sammlung von Kontaktdaten in geschlossenen R\u00e4umlichkeiten zu fordern.<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Materielle Verfassungswidrigkeit:<\/span><br \/>\nDie derzeitigen Regelungen zur Sammlung von Kontaktdaten sind verfassungswidrig. Es fehlt an einer Regelung der Voraussetzungen, unter denen die Gesundheits\u00e4mter die \u00dcbermittlung der Daten verlangen k\u00f6nnen (&#8222;Doppelt\u00fcr&#8220;).<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Formelle Verfassungswidrigkeit:<\/span><br \/>\nDie derzeitigen Regelungen finden sich zudem in Rechtsverordnungen auf der Grundlage der \u00a7\u00a7 28 und 32 IfSG. Ob dies den Anforderungen des Art. 80 Abs. 1 Satz 2 GG (Regelung von Inhalt, Zweck und Ausma\u00df) gen\u00fcgt, ist mehr als zweifelhaft. Auch aus diesem Grund sind die Regelungen grundgesetzwidrig.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">Folge f\u00fcr die Praxis:<\/span><br \/>\nVereinzelt wird von Zugriffen der Ermittlungsbeh\u00f6rden auf die Kontaktdaten berichtet. Dies stellt einen zweckwidrigen Datenzugriff dar. Mangels einer gesetzlichen Grundlage f\u00fcr einen solchen Zugriff sollten sich Gastronomen weigern, Kontaktdaten an Ermittlungsbeh\u00f6rden herauszugeben. Zu einer solchen Herausgabe sind Gastronomen weder berechtigt noch verpflichtet.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als zwei Monaten hinterlassen wir alle (mehr oder minder) brav unsere Kontaktdaten, wenn wir Fitnessstudios und Gastst\u00e4tten, Kinos oder Spielhallen besuchen. Selbst von eingefleischten Datensch\u00fctzern h\u00f6rt man wenig Kritik. Der gute Zweck der &#8222;Kontaktnachverfolgung&#8220; scheint kritische Fragen im Keim zu ersticken. Daher f\u00e4llt nicht auf, dass die fl\u00e4chendeckende Datenerfassung in keiner Weise den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,34,9,51,29],"tags":[780,504,515,825,191],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5309"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5309"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5309\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5317,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5309\/revisions\/5317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5309"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5309"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cr-online.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5309"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}