Frankfurter Gespräche zum Informationsrecht

Persönlichkeitsschutz im Informationszeitalter: das “Recht auf Vergessen Werden” in Brasilien

Am Montag, den 20.2.2017, laden Prof. Dr. Dr. h.c. Spiros Simitis und Prof. Dr. Indra Spiecker gen. Döhmann gemeinsam mit der davit und CRonline herzlich zum nächsten Vortrag mit Diskussion im Rahmen der „Frankfurter Gespräche zum Informationsrecht“ um 12 Uhr s.t. in das Hörsaalzentrum, HZ 14 am Campus Westend in Frankfurt a.M. ein. Es referiert Prof. Dr. Ingo W. Sarlet zum Thema: „Persönlichkeitsschutz im Informationszeitalter am Beispiel des “Rechts auf Vergessen Werden” in Brasilien im Vergleich“.

Referent

Prof. Dr. Ingo W. Sarlet, PUG Universität Porto Alegre, Brasilien.
Prof. Sarlet ist einer der führenden Verfassungs- und Informationsrechtler Brasiliens; sein Land befindet sich derzeit in einer Phase der Orientierung im Hinblick auf die Digitalisierung.

Thema

Persönlichkeitsrechte und deren Schutz sind seit Ende des XIX Jahrhunderts – vor allem aber seit Ende des 2. Weltkrieges - immer mehr ein zentrales Thema und Problem verschiedener Rechtsordnungen. Obwohl die zugrundeliegenden Werte (Menschenwürde, Freiheit und Schutz der persönlichen Identität) und die spezifischen Persönlichkeitsrechte (neben einem allgemeinen Persönlichkeitsrecht, verstanden als Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit) an sich weiterhin die gleichen sind, haben sich im digitalen Zeitalter neue Anwendungsbereiche entwickelt und Schutzbedürfnisse ergeben. Dabei handelt es sich um Reaktionen der Rechtsordnung auf spezifische Herausforderungen, Risiken und effektive Verletzungen von “alten” Werten und Grundrechten in einem neuen Kontext.

Der Vortrag zeigt, wie das sogenannte Recht auf Vergessen-Werden in Brasilien anerkannt und geregelt wird, mit einem Vergleich mit der Entscheidung des EuGH und der Rechtslage in Deutschland. Dabei werden auch Vorteile und Probleme der Rezeption ausländischer und internationaler Rechtsauffassungen und dogmatischer Strukturen behandelt, welche in einer globalisierten Welt und wegen des starken grenzüberschreitenden Charakters des Grundrechtsschutzes, zu unvermeidlichen Anpassungen und einem gegenseitigen, dynamischen und dialektischen “Lernprozess” des Rechts und der Rechtsordnungen führen oder zumindest führen sollten.

Frankfurter Gespräche zum Informationsrecht

Die Veranstaltung findet dieses Mal in einem anderen Format statt: Wir treffen uns zum Brown-Bag-Lunch während der Mittagspause: Sie bringen Ihr Sandwich mit und wir stellen die Getränke.

Die Frankfurter Gespräche zum Informationsrecht richten sich an Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis. Sie bieten ein Forum für den Austausch über aktuelle Problemstellungen, aber auch Grundsatzfragen aus allen Bereichen des öffentlichen Informationsrechts.

(ga)

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 07.02.2017 13:30

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